Werbeprofis sehen Facebook kritisch

 

Alle 3 Monate veröffentlicht das Fachblatt Werben&Verkaufen den Quartals-Werbeindex. Und der zeigt für das 4. Quartal 2012, dass Werbeprofis die Rolle von Facebook zunehmend kritisch sehen.

Die Bedeutung als Werbekanal werde überschätzt, fasst die W&V die Ergebnisse zusammen. Im einzelnen wurden 4 Fragen beantwortet:

1.) Facebook hat fast eine Milliarde Mitglieder. Die Zahl wird weiter wachsen und Facebook noch unumgänglicher machen:
– trifft (eher) zu                          52 %
– trifft (eher) nicht zu                48 %

2.) Die Bedeutung wird und bleibt in Werbe- und Marketingkreisen überschätzt:
– trifft (eher) zu                          80 %
– trifft (eher) nicht zu                20 %

3.) Facebook wird es bald gelingen, überzeugende Erlösmodelle zu präsentieren und seine hohe Bewertung zu rechtfertigen:
– trifft (eher) zu                          14 %
– trifft (eher) nicht zu                87 %

4.) Facebook hat im Hinblick auf die Nutzung einen unerreichbaren Vorsprung und kann Schwächephasen leicht überbrücken:
– trifft (eher) zu                          49 %
– trifft (eher) nicht zu                51 %

 

 

 

 

2. b.FAST – heiße Themen in neuer Location

Frühlingshaft mild empfing Wiesbaden das runde Dutzend Besucher unseres 2. Live-Stammtischs am Mittwoch, dem 9. Mai. Bunt gemischt und damit ganz im Sinne von b.FAST war der Hintergrund der Besucher – von der Fotografin zum Handwerker, vom IT-Entwickler bis zum Medien-Berater, vom Traffic-Optimierer bis zur Anwältin, von der Immobilienberaterin bis zum Mediendesigner. Allen, die da waren, an dieser Stelle einen herzlichen Dank fürs Kommen und die engagierte Beteiligung!

Einladend präsentierte sich die neue Location: Das Insight in der Taunusstraße 38 ist ein entspannter Mix aus Café, Lifestyle-Boutique und Wohnzimmer in der Stadt. Als besonderen Pluspunkt hatten wir das Insight und seine freundliche Zuwendung mit tollem Service, leckeren Snacks und Getränken für uns allein. So konnten wir uns ungestört auf die Themen und Fragen des Abends konzentrieren. Und daran herrschte kein Mangel …

Timeline oder Deadline

Deutlich im Vordergrund stand bei fast allen das Thema, wie man Facebook und die übrigen sozialen Netzwerke möglichst effektiv, gewinnbringend und vor allem zeitoptimiert nutzen könne. Eine vollständige – und erfolgreiche – Bespielung der sozialen Netze kann schon bis zu 4 Stunden Arbeit pro Tag in Anspruch nehmen. Für viele Berufe und Tätigkeiten ist dies jedoch kaum vorstellbar. Sogar Agenturen, die für Ihre Kunden Online-Präsenz realisieren, kann es schwierig werden, neben der allgemeinen Workload auch noch den eigenen Auftritt zu gestalten. Allerdings gibt es inzwischen auch ein breites Spektrum an Dienstleistern, die entweder die tägliche Betreuung der Accounts und Kanäle direkt übernehmen oder durch automatisierte Verfahren Entlastung schaffen.

Ein Bild für tausend Worte

Ein zweiter Schwerpunkt, der von mehreren Teilnehmern auf unterschiedliche Weise angesprochen wurde, ist die Realisierung eines professionellen Erscheinungsbildes. Manchmal ist ja, wie z. B. auf Xing, das Profilfoto das einzige Bildelement und damit auch der einzige emotionale Anhaltspunkt. Gleichzeitig wissen wir, dass Bilder die am stärksten wahrgenommenen Elemente jeder Präsenz in den sozialen Netzen sind. “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”: Qualität und Professionalität sind also gerade bei diesem Thema besonders wichtig. Interessant war auch zu erfahren, dass Screen-Design inzwischen zu einem großen Teil die Anpassung auf mobile Endgeräte bedeuten kann: Wer SmartPhone & Co. in seinem Online-Auftritt ignoriert, muss schon heute mit Verlusten in der Wahrnehmung rechnen.

Analog und digital – Begegnung zweier Kulturen

Kann auch altehrwürdige Handwerkskunst von den neuen Techniken und Kanälen profitieren? Verändern die Geschwindigkeit und Perfektion digitaler Fotografie unsere Wahrnehmung? Und wie passt die Transparenz der Netze mit dem Erfordernis unbedingter Vertraulichkeit bei vielen beruflichen Tätigkeiten zusammen? Solche Fragen führten zu den lebendigsten Diskussionen des Abends. Und so unterschiedlich sie auch auf den ersten Blick wirken, lassen sie sich doch zu einem gemeinsamen Nenner zusammenführen: Wie verträgt sich die neue, manchmal sehr hektische Online-Welt mit dem gewohnten, analogen “Offline-Leben”?

b.FAST, be there

Auch bei diesem 2. Treffen hatten wir bewusst keinen thematischen Rahmen vorgegeben. Es wäre auch schade gewesen. Die offene und vielseitige Diskussion war so spannend, dass vier Stunden wie im Nu vergingen. Dennoch wollen wir solche interessanten Themen nicht immer nur streifen oder kurz andiskutieren. Spätestens nach der Sommerpause (der nächste b.FAST ist am 13. Juni, der darauf folgende am 8. August) sollen einzelne Fragen oder Schwerpunktthemen im Mittelpunkt der Live-Stammtische stehen. Das könnten die allgemeine Social Media Strategie sein, technische Grundlagen, ein sinnvolles Zeitmanagement, das Design für Facebook & Co. oder ein Ausblick auf die Arbeitswelt der Zukunft. Oder oder oder.

Ihre Themenvorschläge sind dazu sehr willkommen: Schreiben Sie uns hier, in Facebook oder Xing Ihre Wünsche oder Angebote für eine Key Note (maximal 20 Minuten, Screen und Web-Anschluss stehen zur Verfügung)!

Social Media: Viele machen mit. Wenige wissen, wieso.

Fast 3.000 Experten aus PR-Agenturen, Unternehmen und Medien wurden in einer aktuellen Trendstudie des Faktenkontors nach den Social Media Aktivitäten ihrer Unternehmen bzw. Auftraggeber befragt. Das verblüffende Ergebnis: 76 % sind aktiv, doch nur 13 % sehen darin einen echten Nutzen.

Wichtige Ergebnisse der Studie nennen bereits die frei erhältliche Zusammenfassung sowie ein Artikel in der aktuellen Ausgabe der “Werben & Verkaufen” Printausgabe 17/2012.

Facebook ist die Nr. 1

Auch diese Studie bestätigt, dass an Facebook heute kein Weg vorbei führt: 66,4 % nutzen diese Plattform, gefolgt von Youtube, Xing und Twitter. Dabei werden hier in breiter Front alle gängigen Ziele der Marketingkommunikation verfolgt. So geht es (jeweils mit Anteil der Nennungen in Prozent) um:

  • Image-Pflege – 57 %
  • Kundenbindung – 43 %
  • Bekanntheit – 39 %
  • PR und Marketing – 30 %
  • Kundendialog – 29 %
  • Traffic für die Website – 26 %
  • Auffindbarkeit im Web – 15 %
  • Recruiting – 15 %
  • Service – 13 %
  • Neugeschäft – 11 %
  • Zielgruppen-Verständnis – 11 %

Es fällt auf, dass sich dabei neben sinnvollen, mediengerechten Aufgaben (z.B. Kundenbindung) weniger gut geeignete wie die Image-Pflege recht großer Beliebtheit erfreuen, während Paradedisziplinen der sozialen Netzwerke wie Service und Zielgruppen-Verständnis nur sehr wenig Ansehen genießen. Zum Teil mag das darin liegen, dass bereits ein “Wir sind dabei” als Imagefaktor gilt. Doch ob dieser Avantgarde-Charakter an sich heute noch eine nennenswerter Bedeutung hat, sei dahingestellt, zumal die meisten sozialen Netzwerke eines nicht erlauben: Eigenständige Darstellungsformen, die ein Unternehmen aus der Masse der zahlreichen Mitbewerber auf derselben Plattform herausheben könnten.

Fan-tasy statt harte Daten

Ein Kapitel, mit dem man sich am liebsten nur selten beschäftigt, ist die Erfolgsmessung: Gerade mal 21,3 % der Unternehmen führen regelmäßige Evaluierungen durch, 44 % dagegen nur sporadisch und 34,8 % überhaupt nicht. Dabei wird großen Zahlen deutlich der Vorzug vor validen Daten gegeben. Wichtigste Kriterien sind:

  • Follower und Fans – 52 %
  • Neue Kontakte / Leads – 41 %
  • Anzahl und Tonalität der Erwähnungen (“Word of mouth”-Wirkung) – 40 %

Multiplikatoren (“Influencer”) unter den Fans spielen mit 23 % dagegen kaum eine Rolle für die Unternehmen; klassische ROI-Faktoren wie Reichweite und Besuchsdauer werden gar nicht erst genannt. Dabei sind gerade das laut dem in der Gruppe bereits vorgestellten Thesenpapiers des Bundesverbands Digitale Wirtschaft BVDW die wirklich aussagefähigen Kriterien:
“Noch immer wird die Anzahl von Fans, Followern, Retweets oder Likes bei der ROI-Diskussion ins Feld geführt. Der Erfolg von digitaler Kommunikation bemisst sich nach wie vor anhand von bekannten Messgrößen, wie Reichweite, Besucher oder Besuchsdauer. Diese haben allerdings nur einen indirekten Zusammenhang mit den wirklichen Geschäftszielen der Unternehmen in Social Media.” (Quelle: BVDW)

Ein Bild sagt mehr als tausend Fans

Wohin sollte man also steuern, wenn man als Unternehmen echten Nutzen aus seinem Social Media Engagement ziehen möchte? Neben den vom BVDW genannten Kriterien bietet einen weitere Frage in der Studie Lösungsansätze: “Welche Inhalte lösen die meisten Reaktionen aus?”. Genannt wurden:

  • Bilder – 42 %
  • Videos – 38 %
  • Pressemitteilungen – 27 %
  • Verlosungen – 19 %
  • Blog-Beiträge – 15 %
  • Status-Updates – 14 %
  • Empfehlungen – 14 %
  • Umfragen – 12 %

Nicht genannt wird in der Zusammenfassung leider der Faktor Aktualisierung. Man darf aber getrost davon ausgehen, dass hier – regelmäßig eingestellte – Neu-Inhalte gemeint sind. Ein Unternehmen, das nicht die Kapazität oder das Verständnis aufbringt, hier für regelmäßige Zufuhr zu sorgen, dürfte ohnehin in den sozialen Netzwerken schlechte Karten haben.

Die vollständige Studie kann gegen eine Schutzgebühr von 75,- € beim Faktenkontor bestellt werden.