Christian Wild von loci GmbH bei b.FAST: „Facebook vs. Google – Was bringt mehr für kleine und mittlere Unternehmen?“

Nachdem im April Herr Volker Geyer uns erzählt hat, wie er sein Social Media Marketing handgemacht betreibt, dass er dies für wichtig hält und wie viel Spaß er daran hat, stellte Herr Christian Wild am 8. Mai ein gegensätzliches Konzept vor. Unter dem Motto „Facebook vs. Google – Was bringt mehr für kleine und mittlere Unternehmen?“ zeigte er uns, wie man seine Facebook Fanpage und somit sein Social Media Marketing von Dienstleistern betreiben lassen kann und was für Ergebnisse dies mit sich bringt.

Herr Wild betonte ebenfalls vor allem, wie wichtig Social Media eigentlich sei. Ihm nach würden knapp 80 Prozent der Menschen durch die Bekanntheit der Marke oder des Unternehmens zu Kunden werden und nur 20 Prozent kämen durch aktives Suchen und somit durch Google. Also ist die Präsenz bei Facebook seiner Meinung nach nicht wegzudenken. Die Aktionen der Unternehmen für die Fans und die Interaktionen mit den Fans helfen, die Fans an die Betriebe und Marken zu binden – das geht bei Google nicht. Durch Facebook schaffen Unternehmen eigene Reichweite.

Herr Wilds Konzept scheint ganz einfach zu sein: Seine bestehende technische Plattform erlaubt es ihm und seinen Mitarbeiten sehr schnell und standardisiert Facebook Pages aufzubauen und die gewünschten Anwendungen und Aktionen anzubieten. So bekommt jeder Kunde günstig und schnell das, was er gerne möchte. Dank loci GmbH bekommen die Unternehmen mehr Fans, wodurch ihr Umsatz gesteigert wird. Beispielsweise werden Produkttestes veranstaltet. So können die Fans die jeweiligen Produkte im Rahmen des Produkttests erst einmal testen. Wenn die Produkte gefallen, werden die Fans diese auch weiterhin kaufen sowie weiterempfehlen und so eine Bindung zur Marke aufbauen. Im Gegensatz zu Volker Geyer jedoch, müssen die Kunden von Christian Wild nichts dafür tun – außer Bezahlen.

Da der Biebricher Ratskeller nun doch zu unserer Stamm-Location geworden ist, wird der nächste b.FAST Stammtisch – am 12. Juni – ebenfalls dort stattfinden. Dieses Mal wird uns Herr Reeb als Rechtsanwalt, der in Facebook aktiv ist, rechtliche Themen in Facebook von beiden Seiten beleuchten. Darauf freuen wir uns schon.

Ihr b.FAST Team

Social Media: Viele machen mit. Wenige wissen, wieso.

Fast 3.000 Experten aus PR-Agenturen, Unternehmen und Medien wurden in einer aktuellen Trendstudie des Faktenkontors nach den Social Media Aktivitäten ihrer Unternehmen bzw. Auftraggeber befragt. Das verblüffende Ergebnis: 76 % sind aktiv, doch nur 13 % sehen darin einen echten Nutzen.

Wichtige Ergebnisse der Studie nennen bereits die frei erhältliche Zusammenfassung sowie ein Artikel in der aktuellen Ausgabe der “Werben & Verkaufen” Printausgabe 17/2012.

Facebook ist die Nr. 1

Auch diese Studie bestätigt, dass an Facebook heute kein Weg vorbei führt: 66,4 % nutzen diese Plattform, gefolgt von Youtube, Xing und Twitter. Dabei werden hier in breiter Front alle gängigen Ziele der Marketingkommunikation verfolgt. So geht es (jeweils mit Anteil der Nennungen in Prozent) um:

  • Image-Pflege – 57 %
  • Kundenbindung – 43 %
  • Bekanntheit – 39 %
  • PR und Marketing – 30 %
  • Kundendialog – 29 %
  • Traffic für die Website – 26 %
  • Auffindbarkeit im Web – 15 %
  • Recruiting – 15 %
  • Service – 13 %
  • Neugeschäft – 11 %
  • Zielgruppen-Verständnis – 11 %

Es fällt auf, dass sich dabei neben sinnvollen, mediengerechten Aufgaben (z.B. Kundenbindung) weniger gut geeignete wie die Image-Pflege recht großer Beliebtheit erfreuen, während Paradedisziplinen der sozialen Netzwerke wie Service und Zielgruppen-Verständnis nur sehr wenig Ansehen genießen. Zum Teil mag das darin liegen, dass bereits ein “Wir sind dabei” als Imagefaktor gilt. Doch ob dieser Avantgarde-Charakter an sich heute noch eine nennenswerter Bedeutung hat, sei dahingestellt, zumal die meisten sozialen Netzwerke eines nicht erlauben: Eigenständige Darstellungsformen, die ein Unternehmen aus der Masse der zahlreichen Mitbewerber auf derselben Plattform herausheben könnten.

Fan-tasy statt harte Daten

Ein Kapitel, mit dem man sich am liebsten nur selten beschäftigt, ist die Erfolgsmessung: Gerade mal 21,3 % der Unternehmen führen regelmäßige Evaluierungen durch, 44 % dagegen nur sporadisch und 34,8 % überhaupt nicht. Dabei wird großen Zahlen deutlich der Vorzug vor validen Daten gegeben. Wichtigste Kriterien sind:

  • Follower und Fans – 52 %
  • Neue Kontakte / Leads – 41 %
  • Anzahl und Tonalität der Erwähnungen (“Word of mouth”-Wirkung) – 40 %

Multiplikatoren (“Influencer”) unter den Fans spielen mit 23 % dagegen kaum eine Rolle für die Unternehmen; klassische ROI-Faktoren wie Reichweite und Besuchsdauer werden gar nicht erst genannt. Dabei sind gerade das laut dem in der Gruppe bereits vorgestellten Thesenpapiers des Bundesverbands Digitale Wirtschaft BVDW die wirklich aussagefähigen Kriterien:
“Noch immer wird die Anzahl von Fans, Followern, Retweets oder Likes bei der ROI-Diskussion ins Feld geführt. Der Erfolg von digitaler Kommunikation bemisst sich nach wie vor anhand von bekannten Messgrößen, wie Reichweite, Besucher oder Besuchsdauer. Diese haben allerdings nur einen indirekten Zusammenhang mit den wirklichen Geschäftszielen der Unternehmen in Social Media.” (Quelle: BVDW)

Ein Bild sagt mehr als tausend Fans

Wohin sollte man also steuern, wenn man als Unternehmen echten Nutzen aus seinem Social Media Engagement ziehen möchte? Neben den vom BVDW genannten Kriterien bietet einen weitere Frage in der Studie Lösungsansätze: “Welche Inhalte lösen die meisten Reaktionen aus?”. Genannt wurden:

  • Bilder – 42 %
  • Videos – 38 %
  • Pressemitteilungen – 27 %
  • Verlosungen – 19 %
  • Blog-Beiträge – 15 %
  • Status-Updates – 14 %
  • Empfehlungen – 14 %
  • Umfragen – 12 %

Nicht genannt wird in der Zusammenfassung leider der Faktor Aktualisierung. Man darf aber getrost davon ausgehen, dass hier – regelmäßig eingestellte – Neu-Inhalte gemeint sind. Ein Unternehmen, das nicht die Kapazität oder das Verständnis aufbringt, hier für regelmäßige Zufuhr zu sorgen, dürfte ohnehin in den sozialen Netzwerken schlechte Karten haben.

Die vollständige Studie kann gegen eine Schutzgebühr von 75,- € beim Faktenkontor bestellt werden.