Social Media und Datenschutz: Was Unternehmer wissen sollten

Informationen, Daten, Bilder – im Internet gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Und wir alle teilen, kommentieren und veröffentlichen, was das Zeug hält. Doch auch hier, wo manche Nutzer freiwillig ihre intimsten Geheimnisse offenbaren, gilt der Datenschutz. Was vor allem Unternehmen beachten sollten, war am 5. Juni in Hofheim Thema eines Vortrags des Datenschutzfachmanns Ralf Becker von der daschug.

Datenschutz ist kein Hexenwerk. Das meiste daran wird bzw. würde von einem seriösen, sorgfältig arbeitenden Unternehmen ohnehin beachtet. Schließlich gibt es Datensammlungen schon seit Jahrtausenden, und ob auf Tontäfelchen, Karteikarten oder Festplatten, ist dabei sekundär.

Risikozone Facebook

Schwierig wird es in Bereichen, die so neu sind, dass bisher weder der Gesetzgeber noch die Rechtsprechung eine wirkliche Richtschnur bieten. Leider zählen die sozialen Netze zu dieser Gruppe. Insbesondere Facebook sticht hervor: So geht zur Zeit der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein gegen Like-Buttons und Fanpages vor, da mit diesen Diensten quasi zwangsläufig gegen “das Telemediengesetz (TMG) und gegen das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) bzw. das Landesdatenschutzgesetz Schleswig-Holstein (LDSG SH) verstoßen” wird (Quelle: Computerbild).

Für den heute fast allgegenwärtigen Like-Button hat sich inzwischen die sogenannte 2-Klick-Lösung etabliert. So werden Daten nicht mehr ungefragt an die Facebook-Server in den USA übermittelt, sondern erst nach einem entsprechenden Hinweis. Für die Praxis bietet der renommierte Web-Dienst Heise ein Plug-in zum kostenlosen Download.

Ebenfalls leicht lösen lässt sich die für alle Unternehmens-Webseiten geltende Impressumspflicht. Entweder findet das korrekte Impressum auf der Info-Seite der Fanpage Platz. Oder ein eindeutig gekennzeichneter Link führt – Vorschrift: mit nur 1 Klick – auf das Impressum der eigenen Website.

Bisher ungelöst ist die Frage, wie der Datenstrom kontrolliert – und begrenzt – werden könnte, der durch die Fanpage-Nutzung abfließt. Hinweise darüber an die Nutzer auf der Info-Seite würden wohl die rechtliche Position des Unternehmens etwas verbessern. Doch für Laien bleiben Mechanismen und Inhalte der Datenweitergabe an Facebook auch damit kaum nachvollziehbar. Somit bewegt sich streng genommen jedes Unternehmen mit einer Fanpage bereits in einer rechtlichen Grauzone.

Partylöwe oder Extremsportlerin?

Wer möchte nicht gern wissen, ob er als Arbeitgeber einem neuen Mitarbeiter trauen kann? Da bewirbt sich eine offenbar sehr sportliche junge Frau, oder der neue Abteilungsleiter strahlt Fröhlichkeit für zwei aus. Nun heißt es standhaft bleiben: Das Facebook-Profil und ähnliche Seiten des Bewerbers sind tabu! Was diese Menschen privat online veröffentlichen, darf keinen Einfluss auf die Entscheidung zur Einstellung haben.

Wer die Weisheit dieser etwas weltfremd wirkenden Regelung nicht nachvollziehen kann, sollte bedenken, dass das auch andersherum funktioniert: Der online tadellos wirkende Familienvater ist in Wirklichkeit vielleicht ein einsamer Kneipengänger, und die bildungsbeflissene Jungakademikerin feiert mehrfach pro Woche die Nächte durch.

Eine Ausnahme bilden Plattformen wie Xing. Hier wird vorausgesetzt, dass die Profile zur beruflichen Präsentation angelegt wurden. Sie anzuschauen und sich beim Vorstellungsgespräch darauf zu beziehen, ist Arbeitgebern also erlaubt.

Eine Feier, die ist lustig …

Besondere Beachtung sollte Bildern von Mitarbeitern gelten, die in den sozialen Netzen veröffentlich werden. Ein seriöses Passfoto zur Vorstellung eines Vertriebsmitarbeiters wird kaum ein Problemfall werden. Doch wie sieht es bei dem Werbemotiv mit der hübschen Sekretärin für das neue Produkt aus? Oder gar mit dem Bericht von der feuchtfröhlichen Firmenfeier?

Grundsätzlich der beste Weg – und nicht nur für online veröffentlichte Bilder – ist, sich von den Mitarbeitern vorab eine schriftliche Einwilligung zu holen. Dabei sollte auch eine Regelung enthalten sein, was mit den Bildern geschieht, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen irgendwann verlässt. Einen Haken allerdings hat die Sache dennoch: Diese Einwilligungen müssen widerrufbar sein. Unklar ist dabei vorerst die Rechtslage, wo Bilder in sozialen Netzen geteilt werden können oder u.U. überhaupt nicht löschbar sind.

Fazit: Die meisten Datenschutzfragen beim Einsatz von Social Media für Unternehmen lassen sich leicht lösen. Es bleibt jedoch ein Rest Unsicherheit. Wer sich da zusätzlich absichern möchte, sollte sich auf jeden Fall an eine Beratung wie die daschug wenden.

 

 

Wer sind wir und was wollen wir? – ein kurzer Rückblick auf das erste Mal b.FAST

Am 11. April hat unser erster b.FAST – Business Facebook Stammtisch im Alex in Wiesbaden stattgefunden – nun folgt auch endlich ein kurzer Bericht.

Wir konnten uns bei unserer Premiere einer sehr regen Teilnahme erfreuen: insgesamt kamen zu uns – den drei Veranstaltern – 17 Besucher. Vor allem die bunte Mischung hat uns sehr erfreut! Neben PR Beratern, Textern und Kommunikationsdesignern fanden auch Fotografen, Software-Entwickler und sogar Vermesser zu uns.

b.FAST – keine Expertenrunde

Eröffnet wurde der Stammtisch mit einer kurzen Begrüßung durch die beiden Hauptinitiatoren Michael A. Schmidt und Dr. Klaus M. Bernsau. Der b.FAST Business Facebook Stammtisch soll Menschen mit Fragen und Menschen mit Antworten zusammenbringen. Im Mittelpunkt steht dabei – wie der Name schon sagt – Facebook. Da die Vernetzung aber sehr wichtig ist, werden andere Soziale Medien Plattformen in die Diskussion miteingeschlossen. Wichtig ist: es handelt sich nicht um eine der üblichen Diskussionsrunden von/für Experten – jeder ist herzlich willkommen, gerade wer sich frisch und unvoreingenommen dem Thema nähert, und es gibt keine „blöden“ Fragen!

Nach dieser ersten Einführung stellten sich alle Teilnehmer vor und berichteten von ihren Erfahrungen mit Facebook und Co. So wurde schnell klar, wer sich an wen mit seinen Fragen wenden konnte und wer die nötigen Antworten parat hatte. In der nächsten Runde hatte jeder dann die Möglichkeit, den für sie/ihn  interessanten Teilnehmer direkt anzusprechen.

Und was war an diesem Abend besonders wichtig?

Diskutiert wurden ganz unterschiedliche Themen. „Wie bekomme ich viele Fans?“, „Kann man seine Fans selektieren?“ oder „Wie kann man durch Facebook an neue Mitarbeiter kommen?“ … Die Teilnehmer waren sich beispielsweise einig, dass Gewinnspiele zwar viele Fans bringen, diese aber in keinerlei Verbindung zum Unternehmen stehen und deshalb weder treu noch „zu gebrauchen“ sind. Es ist auch nicht wichtig, dass ein Unternehmen viele Fans hat. Wenige, die aber eine Bindung zum Unternehmen haben, bringen der Organisation unter Umständen viel mehr. Möchte man nach Zielgruppen selektieren, hat man bei Facebook dazu nur über Werbung die Möglichkeit, wie einer der Teilnehmer erklärte. Eigene Fans spezifisch anzusprechen, sei bei Facebook leider noch nicht möglich. Die Frage nach der Möglichkeit, durch Facebook an neue Mitarbeiter zu kommen, wurde ebenfalls heftig diskutiert.

Es gab auch einige weitere grundlegende Ergebnisse: Interessant für die Teilnehmer war zum Beispiel das Durchschnittsalter der Facebook-Nutzer und ob diese in ihr Kundenschema passen. Dieses Durchschnittsalter wollten wir – die Initiatoren – mit unserer Location-Wahl demonstrieren: Das Alex ist eine junge und einigermaßen hippe Location, in der man ganz sicher sehr viele Facebook-Nutzer findet. Andererseits kann man gerade in den älteren Zielgruppen die größten Zuwächse bei Facebook feststellen.

Einige Teilnehmer betonten auch mit Nachdruck, dass wenn man sich einmal für eine Facebook-Fanseite entschieden hat, diese mit einem großen Aufwand verbunden ist. Sie muss gepflegt werden und darf nicht einfach vor sich hin existieren – das sollte jedem, der sich dafür entschließt, bewusst sein. Einer der Gäste sprach sich zudem für Facebook-Gruppen aus. Diese seien viel besser für die direkte Kommunikation geeignet als Fan-Pages. Eine andere These war, dass die Facebook-Fan-Page die eigentliche Unternehmens-Homepage ablösen könnte und es in manchen Fällen auch bereits tut. Die Einen waren eben überzeugt, dass Facebook die Plattform der Zukunft sei, Andere vertraten wiederrum die Meinung, der Hype rund um die Plattform Facebook ginge wieder zurück. Dies konnte auch durch Zahlen von einigen Teilnehmern untermauert werden. Klar sollte aber auf jeden Fall sein, dass hinter einem Facebook-Auftritt – ganz egal in welcher Form – eine Strategie stecken sollte. Diese muss vor der Einrichtung einer Fan-Page oder einer Gruppe gut durchdacht werden. Was ist mein Ziel? Wer ist meine Zielgruppe? Was ist mir wichtig? – nur einige der Fragen, die man such am Anfang stellen sollte! Das sollte jedoch auf gar keinen Fall als Abschreckung missverstanden werden! Besser man fängt mit kleinen Schritten an und steigert sich, als wenn man gar nicht anfängt!

Nicht ohne meine anderen Plattformen – oder doch?

Natürlich haben sich die Teilnehmer an diesem Abend nicht nur über Facebook, sondern auch über andere virtuelle Plattformen wie Xing und Google+ austauschen wollen. Interessant war für sie beispielsweise, welche dieser Plattformen sich denn nun am besten für ein Unternehmen eignet. Dies konnte aber natürlich nicht allgemeingültig herausgearbeitet werden und wurde heftig diskutiert! Ein Marketingberater stellte sich als großer Fan von Google+ heraus und hielt es für sehr sinnvoll, diese Plattform zu nutzen. Ein Software-Entwickler versuchte dagegenzuhalten und erklärte, dass Google+ noch nicht bei der breiten Masse angekommen sei und oft nur aus fachlichem Interesse genutzt würde, weshalb es nicht so erfolgreich und für die Ziele der Teilnehmer eher ungeeignet wäre. Letztendlich konnten sie sich einigen, dass für jeden etwas anderes das Richtige sein kann – es ist nur wichtig, sich erst einmal ein Ziel zu setzten. Sie konnten sich ebenfalls darauf einigen, dass es auf keinen Fall schadet, Profile bei mehreren Plattformen aufzubauen – ganz im Gegenteil: Dies schien allen die beste Lösung zu sein, was auch b.FAST zeigt! Uns findet man nämlich sowohl auf einem eigenen Blog als auch bei Facebook und Xing. Natürlich muss man sich dabei aber über den größeren Aufwand im Klaren sein.

Zum Schluss noch ein kurzer Ausblick

Trotz des großen Interesses an den verschiedenen virtuellen Plattformen wurde ganz schnell klar, dass der direkte Kontakt immer noch unverzichtbare Qualitäten bietet, weshalb sich auch so viele für b.FAST Zeit genommen haben. Und genau aus diesem Grund wird der b.FAST Stammtisch auch weiter fortgeführt. Das nächste Mal soll er erneut ganz allgemein gehalten werden, so dass noch einmal über alles diskutiert werden kann. Die späteren Termine sollen jedoch alle unter einem eigenen Leitthema stattfinden. Vorschläge sind sehr willkommen, über diese wird dann in der Facebook-Gruppe abgestimmt. Die Themen mit den meisten Stimmen werden dann zu Leitthemen der nächsten Stammtische. Der Termin für das nächste Mal steht bereits fest: Wir treffen uns am 9. Mai wieder. Da wir mit der Lautstärke im ALEX unzufrieden waren, sind nun auch neue Örtlichkeiten organisiert: Auf Empfehlung eines der Teilnehmer würden wir b.FAST gerne in das Insight (http://insightwiesbaden.de/) in Wiesbaden verlegen. Nähere Infos hierzu folgen noch.